Wie Schlägt Sich Nutzhanf Als Öko-Pflanze Im Vergleich Zu Baumwolle

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Wie Schlägt Sich Nutzhanf Als Öko-Pflanze Im Vergleich Zu Baumwolle

Nutzhanf scheint in nahezu allem besser als Baumwolle. Vom Pestizideinsatz und Wasserverbrauch, über die Vorteile für die Gesundheit, bis hin zu den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in nachhaltiger Fertigung. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie sich Nutzhanf im Vergleich zu Baumwolle als ökologisches Agrarprodukt schlägt.

Hanf war bis zu seiner kürzlichen und restriktiven Prohibition zum Beginn des 20. Jahrhunderts für viele Jahrtausende ein Verbündeter des Menschen. Als eine der ältesten Industriematerialien, die der Menschheit bekannt ist, wurde Hanf seit über 10.000 Jahren von zahlreichen Kulturen verwendet.

Viele wesentliche Rollen eines Agrarproduktes erfüllend, wird Hanf in der Herstellung von Fasern, Nahrung, Öl und neuerdings auch als Baumaterial genutzt. Während der Kolonialzeit wurde die amerikanische Bevölkerung sogar gesetzlich dazu verpflichtet Hanf anzubauen, in einem politisch gänzlich anderem Klima als dem, das die heutige Legislatur umgibt, wenn es um den Anbau und die Verwendung von Hanf geht.

HANF UND CANNABIS

Hanf positioniert sich von Natur aus als industrielles und ökonomisches Kraftpaket. Jedoch ist diese Variante der Pflanze vom psychoaktiven Cannabis zu unterscheiden, was zu Gesetzen und Regulierungen führte, die ihren Anbau in bestimmten Teilen der Welt verbieten. Es war der im Jahre 1937 verabschiedete Marihuana Tax Act, der die Prohibition von Hanf in Stein meißelte.

Nutzhanf unterscheidet sich in mehreren Merkmalen von in der Freizeit und medizinisch genutztem Cannabis, worunter eines die auferlegte Anforderung ist, dass Nutzhanf unter 0,3% THC enthalten muss, um legal angebaut werden zu können. Selbst in diesen nichtigen Konzentrationen klassifizieren Regierungsvertreter Hanf als beschränkt zugänglichen Stoff, was auf Kosten der Umwelt, der Wirtschaft und ökologischer Innovationen geht.

Anderer industrieller Anbau stellt nur einen schlechten Ersatz für Hanf dar, da die Produkte daraus im Bezug auf Qualität und Umweltauswirkungen in der Regel schlechter abschneiden. Baumwolle ist eines dieser Agrarprodukte, aus dem sich Fasern für Kleidung, ebenso wie Nahrung für Nutztiere und ein Öl herstellen lässt, das in vielerlei Produkten Verwendung findet. Baumwolle hat jedoch so seine Schattenseiten, da die Produzenten zur Ertragssteigerung massive Mengen an Wasser und Pestiziden einsetzen, speziell im Vergleich zu Hanf. Noch dazu kann Baumwolle einfach nicht mit Hanf mithalten, wenn es die Vielseitigkeit und innovative Nutzungsmöglichkeiten geht.

VERWENDUNG VON PESTIZIDEN

Als einer der zu erkundenden Bereiche ist die Verwendung von Pestiziden wohl, was diese beiden industriellen Agrarprodukte am meisten voneinander unterscheidet. Beide können biologisch angebaut werden, doch das ist nicht das einzige, was in der Macht der Agrarwirte steht. Selbst bei nicht-biologischem Anbau benötigt Hanf keinerlei Pestizide oder Unkrautvernichter und nur geringe Mengen Dünger, um sich prächtig zu entwickeln.

Im Gegensatz dazu benötigt Baumwolle riesige Mengen an sowohl Pestiziden als auch Unkrautvernichtern, um ordendlich zu wachsen. Auf Baumwolle entfallen etwa 2,5% des landwirtschaftlich genutzten Landes weltweit und gleichzeitig unglaubliche 16% der weltweit verwendeten Pestizide. Unter den gefährlichen Chemikalien, die auf Baumwolle angewendet werden, finden sich Aldicarb, Phorat, Methamidophos und Endosulfan.

Das nordamerikanische Pesticide Action Network sagt: “Die auf Baumwolle verwendeten Pestizide schaden selbst bei in der Anleitung angegebener Dosierung dem Menschen, Tieren und der Umwelt. Diese Pestizide vergiften Farmarbeiter, gehen auf benachbarte Wohngebiete über, kontaminieren Grund- und Oberflächenwasser und töten nützliche Insekten und Mikroorganismen im Boden.”

WASSERVERBRAUCH

Laut dem The Water Project sind 70% der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt, wovon 97,5% Salzwasser sind. Es gibt also nur 2,5% Frischwasser und davon sind rund 68,7% gefroren und in Eisbergen eingeschlossen. Das bedeutet, dass nur 1% des Wassers der Erde vom Menschen genutzt werden kann.

Es gibt zwar Methoden, um Salzwasser konsumierbar zu machen, aber wegen Faktoren wie Wasserknappheit und Dürre ist Wassersparen ein essentielles Ziel. Doch was hat dies mit der Debatte um Nutzhanf und Baumwolle zu tun?

Nun, für die Herstellung von 1kg Industrie-Baumwolle wird die erstaunliche Menge von 20.000 Litern Wasser benötigt. Alternativ dazu braucht man nur 300-500 Liter Wasser, um 1kg getrockneten Nutzhanf zu produzieren. Eine Studie, die die ökologischen Anforderungen einiger industrieller Agrarprodukte, einschließlich Baumwolle und Hanf, untersuchte, besagt:
“In den meisten Regionen, wo Baumwolle angebaut wird, herrscht ein zu geringer Niederschlag, um den Anbau mit ausreichend Feuchtigkeit für kommerziell nutzbare Erträge zu versorgen. Daher wird die gegebene Menge an Regen um zusätzliche Bewässerung ergänzt. Die Menge an Wasser, die mittels unterschiedlicher Methoden der Bewässerung, zumeist oberflächliche Methoden (Flutung, Furchen und Gräben), eingebracht wird, sorgt für eine gewaltige Nachfrage nach oftmals sehr limitierten Wasserressourcen.”

EFFIZIENZ

Es ist bewiesen, dass Hanf ökologischer ist, was den Wasser- und Pestizidverbrauch angeht. Aber wie schlagen sie sich im Vergleich der Effizienz? Nun, es scheint, als gewinne Hanf auch in dieser Disziplin, und dass speziell was den Bedarf an Land angeht. Auf das Jahr gesehen kann auf einem Hektar Land mit Nutzhanf etwa dieselbe Menge an Fasern hergestellt werden, wie auf 2-3 Hektar mit Baumwolle.

FASERQUALITÄT

Hanffasern sind unglaublich haltbar und strukturell sicher genug, um daraus Leinwände, starke Seile und sogar Segel für Schiffe herzustellen. Was Kleidung angeht, so hört man oft, dass Hanf mit der Zeit weicher wird anstatt sich abzutragen.

INDUSTRIELLES POTENTIAL VON HANF

Bist Du bereit, überwältigt zu werden? Nun da klar ist, welche ökologischen Vorteile Hanf bietet, werden uns die vielen Anwendungsmöglichkeiten in der Welt der Fertigung Einblick in seine vielseitige Natur gewähren. Obwohl Hanf durchaus einiges an Arbeit abverlangt, hauptsächlich während der Verarbeitung, scheint es das vielseitigere und damit verlässlichere Agrarprodukt zu sein. Der massive Einfluss von Hanf auf die Lieferkette zahlreicher Industrien beinhaltet zum Beispiel die Verwendung als Tierstreu, Isolierung, Beton, Netze, Teppichboden, Taschen, Schuhe, Kleidung, biologische Verbundwerkstoffe, biologischer Treibstoff, Karton, Papier und Filter. Diese Liste zeigt schon ganz gut, was die Stengel alles in der Lage sind zu erschaffen, während aus den Samen der Pflanze Brot, Hanfmilch, Treibstoff, Dressings, Kosmetik, Tierfutter und Mehl hergestellt werden kann.

PAPIER

Papier aus Nutzhanf soll aus Holz hergestelltem überlegen sein, da es haltbarer ist und öfter wiederverwertet werden kann. Noch beeindruckender ist, dass in einem Jahr aus einem Hektar mit Nutzhanf dieselbe Menge Papier wie aus 2-4 Hektar Bäumen hergestellt werden kann. Das ist nicht unglaublich, wenn man bedenkt, wieviel schneller Hanf als ein Baum wächst. In der Folge ist Hanf deutlich effizienter und umweltfreundlicher bei der Verwendung in der Papierherstellung als Holz, besonders wenn man die monumentalen Ausmaße der Entwaldung bedenkt.

HANFBETON

Hanfbeton ist ein Beispiel der Nutzbarkeit von Nutzhanf als Baumaterial. Gemacht aus einer Mischung von Hanfschnippseln und Kalk, kann Hanfbeton in Verbindung mit anderen Materialien verwendet werden um Wände und Isolierungen zu bauen. Wundersamerweise ist Hanfbeton sogar besser als CO₂-neutrales Material, da es in der Lebenszeit des Gebäudes mehr Kohlenstoffdioxid bindet, als während der Konstruktion ausgestoßen wurde.

HANF ALS TREIBSTOFF?

Hanf kann effizienter für die Herstellung von Methanol verwendet werden, als andere Pflanzen, wie zum Beispiel Mais. Hempcar.org ist ein tolles Beispiel für ein mit Hanf betriebenes Fahrzeug, das 21.000 Kilometer reiste, 50 Städte in 92 Tagen besuchte und dabei 2.300 Liter Hanftreibstoff verbrauchte.

HANF FÜR EINE GESUNDE ERDE

Hanf ist für seine Rolle in einem Prozess bekannt, den man Phytosanierung nennt, wobei Gifte und Belastungen aus der Erde entfernt werden.

KOHLENSTOFFDIOXID-NEGATIV

Hanf wird für seine Fähigkeit, beim Wachstum große Mengen CO₂ aufzunehmen, gefeiert. Man hat errechnet, dass jede Tonne gewachsenen Hanfs 1,63 Tonnen CO₂-Aufnahme entspricht.

Der berühmte Hanfaktivist Jack Herrer kommentierte die Umweltvorteile von Hanf wie folgt: “Wenn alle fossilen Brennstoffe und ihre Derivate, ebenso wie Forstwirtschaft für Papier und Bau verboten würden, um den Planet zu retten, den Treibhauseffekt umzukehren und die Zerstörung der Wälder zu stoppen, dann gibt es nur eine bekannte, sich jährlich erneuernde natürliche Ressource, die in der Lage ist, den Großteil des weltweiten Bedarfs nach Papier, Textilien und Transport und industriellen und heimischen Energiebedarf zu decken und dabei gleichzeitig die Umweltverschmutzung zu reduzieren, die Erde wieder aufzubauen und die Atmosphäre zu reinigen und das alles auf einmal. Dieser Stoff ist derselbe, der es schon einmal getan hat: Cannabis Hanf.”

HANFSAMEN

Der einfache Hanfsamen ist ein mit Nährstoffen vollgepacktes Lebensmittel, das unglaubliches Potential für die menschliche Gesundheit bietet. Sie enthalten große Mengen an Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren und Hanfsamen sind auch eine großartige Quelle für Proteine, die fast ein Viertel der Kalorien der Samen ausmachen. Hanfsamen bieten ebenso hohe Mengen an Vitamin E, Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium, Sulfat, Kalzium, Eisen und Zink. Sie haben ebenso Potential das Risiko von Herzkrankheiten zu verringern, bei Hautstörungen zu helfen, Symptome von PMS und Menopause zu lindern und der Verdauung dienlich zu sein.