Wie Cannabis helfen kann, Entzündungen zu bekämpfen

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Categories : Medizinisches Marihuana

Wie Cannabis helfen kann, Entzündungen zu bekämpfen

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Cannabis dabei hilft, Entzündungen zu bekämpfen, weshalb es, von Arthritis über Diabetes, bis hin zu Asthma und Herzerkrankungen, wirksam zur Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt werden kann.

Wenn aufgrund eines geschwächten Immunsystems eine Entzündung auftritt, kann dies in verschiedenen Teilen des Körpers zu Organ-, Gelenk- und Gewebeschäden führen. Häufigen Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten, Asthma, ADD und Schilddrüsenproblemen liegt eine Entzündung zugrunde. Da Entzündungen die Ursache so vieler Gesundheitsprobleme sind, ist ihre effektive Behandlung wichtig, um ernsthafte Erkrankungen zu verhindern.

Die medizinische Forschung konzentriert sich mittlerweile auf die Rolle, die Cannabis bei der Behandlung und Vorbeugung von Entzündungen spielt. Studien zeigen, dass die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze, die als Cannabinoide bekannt sind, helfen, Entzündungen sowie die oft aus ihnen resultierenden Schmerzen zu bekämpfen.

CANNABINOIDE, ENTZÜNDUNGEN UND UNSER IMMUNSYSTEM

Die Cannabinoide THC und CBD sind die beiden Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze. Die Forschung hat gezeigt, dass beide bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen wirksam sind, wozu, wie bereits gesagt, auch Entzündungen und chronische Schmerzen gehören.

Laut einer von der US National Library of Medicine veröffentlichten **Studie können Cannabinoide die Immunantwort steuern, um Entzündungen unterdrücken zu helfen. Dies funktioniert, weil Cannabinoide direkt an die Endocannabinoid-Rezeptoren unseres Körpers binden und/oder mit diesen interagieren können.
**Studie - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2828614/

DAS MENSCHLICHE ENDOCANNABINOID-SYSTEM

Endocannabinoide und ihre Hauptrezeptoren CB1 und CB2 sind überall im Körper zu finden, einschließlich Gehirn, Organe, Gewebe und Drüsen sowie im Immunsystem. CB1-Rezeptoren finden sich im zentralen Nervensystem und sind für die psychoaktiven Wirkungen von Cannabis verantwortlich. Der Rezeptor CB2, der in den Zellen des Immunsystems vorkommt, ist hauptsächlich für die Hemmung von Entzündungen verantwortlich. Anders gesagt, kann Cannabis unser Immunsystem direkt anzapfen und regulieren.

Abgesehen von ihren Wirkstoffen, die in der Lage sind, mit unserem Endocannabinoid-System zu interagieren, ist die Cannabispflanze auch nützlich, um das Niveau der c-reaktiven Proteinspiegel niedrig zu halten. Diese Proteine sind für die Entstehung von Herzkrankheiten verantwortlich. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es einen **Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und gesunden, niedrigeren Niveaus dieser Proteine. Eine weitere Studie zeigte, dass das Cannabinoid CBD nicht nur das Fortschreiten der rheumatoiden Arthritis verhindern kann, sondern auch zur Schmerzlinderung beiträgt.
**Zusammenhang - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25529540

CBD VS THC BEI DER BEKÄMPFUNG VON ENTZÜNDUNGEN

Man stellte zudem fest, dass sowohl THC als auch CBD eine Rolle bei der Behandlung von Entzündungen spielen, wenngleich mit einigen bemerkenswerten Unterschieden. Beide Cannabinoide können - neben anderen entzündungshemmenden Funktionen – auch das **Niveau der entzündungsfördernden Zytokine senken, die für die Zellkommunikation wichtig sind. Im Kampf gegen Entzündungen erwies sich CBD, das nicht-psychoaktive Cannabinoid, allerdings als viel wirksamer als THC. Hierin liegt der Grund dafür, dass medizinische Cannabissorten zur Behandlung von Entzündungen in der Regel reich an CBD sind.
**Niveau - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4669958/

Wie Cannabis helfen kann, Entzündungen zu bekämpfen

WIE CANNABIS GEGEN AUTOIMMUNERKRANKUNGEN HILFT

Einige Krankheiten, wie Multiple Sklerose (MS), werden durch das außer Kontrolle geratene körpereigene Immunsystem verursacht. Bei MS greift das Immunsystem die schützende Hülle (Myelin) an, die gesunde Nervenfasern umgibt. Die Fähigkeit von Cannabinoiden, solche unerwünschten Reaktionen des Immunsystems zu unterdrücken, zeigt ein therapeutisches Versprechen - nicht nur für Multiple Sklerose, sondern auch für viele andere Krankheiten, bei denen ein geschwächtes Immunsystem die Ursache darstellt.

Wenn Cannabinoide mit unserem zentralen Nervensystem interagieren, können sie Zellen schützen, die noch nicht den krankheitsbedingten Zelltod (Apoptose) gestorben sind. Da MS eine Erkrankung des zentralen Nervensystems ist, bieten Cannabinoide ein ermutigendes medizinisches Potenzial für die Behandlung. Über einen noch nicht vollständig verstandenen Mechanismus können Cannabinoide ebenfalls den Zelltod von bereits betroffenen Zellen auslösen, die für die Symptome von MS verantwortlich sind. Darüber hinaus haben sich Cannabinoide als **nützlich für die Reparatur bereits geschädigter Myelinscheiden von Nervenfasern erwiesen.
**nützlich - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2219542/

CANNABINOIDE UND ENTZÜNDUNGEN DES DICKDARMES

Eine Entzündung des Dickdarms ist die Ursache für Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die** Forschung belegte, dass eine Aktivierung von CB1-Rezeptoren bei der Vorbeugung von Darmentzündungen helfen kann. Obwohl entsprechende Studien bisher nur an Tieren durchgeführt wurden, zeigen die ermutigenden Ergebnisse eine geringere Darmschädigung und eine Verhinderung des Kolonschrumpfens. Diese Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass Cannabis bei der Vorbeugung von Colitis-Symptomen hilfreich sein kann.
**Forschung belegte - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2516444/

WIE SICHER SIND ALS MEDIZIN EINGENOMMENE CANNABINOIDE?

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler viel über die Sicherheit und Verträglichkeit von Cannabis gelernt. Bis heute gibt es keine Hinweise darauf, dass CBD negative Auswirkungen haben könnte, selbst wenn es in relativ hohen Dosen eingenommen wird. In den USA hatte die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA bereits im August 2017 eine öffentliche Stellungnahme zur Sicherheit von CBD angefordert. In der Folge empfahlen sowohl Befürworter als auch medizinische Experten die Neubewertung von Cannabis und damit seine Streichung aus dem Betäubungsmittelgesetz. Ebenso wurde gefordert, dass die FDA Schritte unternimmt, um klarzustellen, dass Produkte wie CBD-Öl nichts mit Marihuana zu tun haben. Gegenwärtig wird CBD im Betäubungsmittelgesetz der USA jedoch weiterhin als Betäubungsmittel geführt.

Während die amerikanische Drogenbehörde DEA - zumindest in Bezug auf CBD – noch in der Vergangenheit gefangen zu sein scheint, sind sich die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber einig, dass es sich bei diesem Cannabinoid um ein Medikament ohne Missbrauchsrisiko handelt.

Die WHO hat nunmehr **offiziell anerkannt, dass natürlich vorkommendes Cannabidiol (CBD) nicht die notwenigen Kriterien erfüllt, um als verbotene Substanz nach Anhang I gelistet zu werden, sondern vielmehr mehrere medizinische Anwendungen besitzt. Die Cannabisbefürworter hoffen nun, dass diese neuesten offiziellen Aussagen der WHO auch die FDA dazu bringen werden, die nötigen Veränderungen einzuleiten.
**offiziell anerkannt - https://www.forbes.com/sites/janetwburns/2017/12/11/who-report-finds-no-public-health-risks-abuse-potential-for-cbd/#396557776b88

CANNABIS ALS MEDIZIN – EIN AUSBLICK

Wie so oft, wenn es um den Zusammenhang von Cannabis und Medizin geht, steckt ein Großteil der Forschung noch in den Kinderschuhen. Die Tierforschung legt nahe, dass Cannabis großes Potenzial für die effektive Behandlung von Entzündungen und anderen Erkrankungen aufweist. Was an Mäusen funktioniert, muss allerdings noch an menschlichen Patienten getestet werden - und das passiert nicht von heute auf morgen. Sicherlich wird es noch weitere Forschungen geben. In der Zwischenzeit möchten viele Patienten aber nicht mehr auf die neuesten Nachrichten über die gesundheitlichen Nutzen von Cannabis und insbesondere CBD warten. Sie verwenden Cannabis zur Behandlung ihrer gesundheitlichen Beschwerden und tun dies oft mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Und damit sind sie den Forschern, die das Kraut im Labor untersuchen, um einiges voraus.