Großbritannien Versucht Den CBD-Markt Zu Regulieren

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Großbritannien Versucht Den CBD-Markt Zu Regulieren

Die britische Regierung veranlasste CBD-Produzenten und -Händler dazu, den Verkauf von CBD-Produkten zu stoppen und die Vermarktung der Produkte zu beantragen. Ein Schritt in Richtung einer überfälligen Normalisierung von Cannabis als Arzneimittel, mit einem monopolistischen Risiko.

Schlägt das Vereinigte Königreich einen neuen Kurs ein, was die Regulierung des medizinischen Cannabis-Markts betrifft? Vielleicht nicht, aber trotzdem geht die britische Regierung die Sache mit dem CBD an. Alle auf CBD basierenden natürlichen Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel werden von jetzt an der gleichen Qualitätskontrolle unterliegen, wie Nahrungsmittel oder Arzneimittel. In sehr kurzer Zeit muss nun jedes in GB verkaufte CBD-Produkt die vorschriftsmäßigen Sicherheits- und Qualitätsstandards erfüllen und bedarf zudem einer Marktzulassung. Diese Entscheidung sorgt für Besorgnis unter Patienten und deren Verbänden, was die Verfügbarkeit und den Preis von Cannabidiol betrifft. Was auch passiert, die britische Regierung ist jedenfalls einer überfälligen, den CBD-Markt betreffenden Pflicht nachgekommen, was andere Regierungen in Europa nicht als Priorität anzusehen scheinen.

Nun, man könnte auch sagen, dass die plötzliche Sorge der Beamten des britischen Gesundheitswesens um CBD auch deswegen jetzt aufkommt, da die britische Firma GW Pharmaceutical nichts gegen eine offizielle Anerkennung von CBD als Arzneimittel hätte. GW Pharmaceutical ist gerade dabei in Europa eine Genehmigung ihres neuartigen Medikaments Epidiolex zu erreichen, eine flüssige CBD-Rezeptur zur Behandlung von Erkrankungen wie z.B. pädiatrischer Epilepsie. Solide rechtliche Rahmenbedingungen rund um dieses tolle Cannabis-Molekül würden sicherlich hilfreich sein.

DER CBD-MARKT: VON DER SELBSTREGULIERUNG ZUR REGULIERUNG DURCH DIE REGIERUNG

Cannabidiol-Extrakt Produzenten und Händler in Großbritannien erhielten Briefe der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) (= Behörde zur Regulierung von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten), die sie dazu aufforderte, innerhalb der nächsten 14 Tage den Verkauf, die Werbung und die Annahme von Bestellungen von CBD-Produkten zu stoppen. Die MHRA liess zudem verlautbaren, dass CBD nun dem Status eines Arzneimittels entspricht.

Interessengruppen in GB von Patienten, die Cannabis als Arzneimittel nutzen, stimmen damit überein, dass der CBD-Markt strenger kontrolliert werden muss, um Menschen vor unsicheren Lieferanten zu schützen und dafür Sorge zu tragen, dass die Patienten wissen, was sie einnehmen. Auf der anderen Seite geben sie zu bedenken, dass die plötzliche Entscheidung der Autoritäten viele dazu verleiten kann, die CBD-Produkte in einem florierenden Schwarzmarkt zu kaufen.

GROSSE NEUIGKEITEN KÖNNEN GUT ODER SCHLECHT SEIN

Mit dieser Entscheidung scheint die britische Regierung ihre Gesundheitspolitik endlich nach Labornachweisen und anekdotischen Erfahrungen der Patienten auszurichten, anstatt jahrelang auf private Forschungen und Klinik-Tests zu warten. Nun kann es allerdings ein Problem sein, dass es zwar vielversprechende, aber nur limitierte klinische Nachweise über CBD als Einzel-Arzneimittel gibt und die neue Regulierung in Großbritannien lässt offen, ob die Ergebnisse der Versuche von GW mit Epidiolex oder auch andere Nachweise dieser Art, Cannabidiol letztlich als medizinischen Wirkstoff festlegen.

Als Konsequenz daraus herrscht momentan Unklarheit, ob CBD-Hersteller evtl. aufgrund der hohen Kosten der Zertifizierung der pharmazeutischen Vorgänge und Produkte aus dem Markt herausgedrängt werden und so schlussendlich die Zukunft des milliardenschweren CBD-Markts in die Hände einiger großer Möchtegern-Großpharma-Monopolisten fällt. Die MHRA erklärt, dass behördliche Beratung für jede Firma verfügbar ist, die gewillt ist eine CBD-Lizenz zu beantragen. Bürger und Verbände hoffen, dass diese neue Regulierung zu einem verantwortungsbewussten Markt führt, in welchem CBD weiterhin als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden kann.

EIN SCHRITT IN RICHTUNG BESSER INFORMIERTER GESUNDHEITSEXPERTEN

Vor dieser offiziellen Meldung haben CBD verkaufende Firmen keine Aussagen über das therapeutische Potential von CBD gemacht. Nun kann es sein, dass die Dinge sich etwas ändern. CBD war innerhalb der letzten Jahre so populär, da viele es als wirksames Mittel gegen verschiedene unbedeutendere oder ernstere Krankheiten ansahen.

Heutzutage gibt es viel anekdotische Evidenz über die Wirksamkeit von CBD bei der Behandlung von chronischen und neuropathischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Epilepsie, Angstzuständen, Depressionen, Abhängigkeiten und vielen anderen Leiden.

Innerhalb dieses umgekehrten Forschungsszenarios, in dem offizielle medizinische und wissenschaftliche Versuche den individuellen Erfahrungen der Patienten hinterherhinken, scheint es interessant, dass die MHRA nun den Vorschlag unterbreitet, dass Patienten einen Gesundheitsexperten hinsichtlich ihrer selbstverschriebenen CBD-Therapie konsultieren sollten. Dies ist besonders witzig, da die meisten Hausärzte in Europa absolut keine Ahnung davon haben, was CBD überhaupt ist. Nun, es ist wirklich an der Zeit, dass all die illustren Ärzte sich einmal hinsetzen und etwas über diese Pflanze lernen.

Derzeit sind Cannabis-Derivate in Großbritannien als therapeutisch nutzlos klassifiziert. Falls CBD, als natürlicher Wirkstoff im Cannabis, als Arzneimittel anerkannt wird, dann besteht die Chance, das der Status von THC eines Tages ebenso geändert wird. Inmitten des europäischen Sumpfes der Normalisierung von Cannabis, scheinen die britischen Behörden einen schlammigen Stiefel herausgezogen zu haben.